• Nicolas Bergero

Gedanken zum Jahresende (2021)

Letztendlich war das Jahr 2021 nicht so schlimm wie erwartet, und trotz der von Covid-19 auferlegten Schwierigkeiten konnte man sehen, wie sich die Menschen bemühen und nicht aufhören, zu kochen und ihren KundInnen gute Erlebnisse zu bieten (und zu liefern ;) ). Ein Grund mehr, warum ich so stolz auf unsere gastronomische Welt bin.


Digitalisieren oder nicht digitalisieren (das ist die Frage...)

Im letzten Jahr hat sich die Beziehung zwischen Gastronomen und Kunden viel stärker digitalisiert. Zunächst mit den automatisierten Prozessen der Lieferplattformen, dann mit den Online-Shops, in denen von Gutscheinen bis Caterings alles gebucht und bezahlt werden kann. Schließlich haben auch digitale Zahlungsmittel stark an Bedeutung gewonnen und damit ist die Gastronomie in der Digitalisierung einen großen Schritt weiter gegangen. Wobei sich natürlich nicht jeder so einfach, schnell und widerstandslos digital angeschlossen hat, so dass es sich nicht um einen Prozess handelt, der von heute auf morgen stattfindet. Dennoch bin ich der Meinung, dass jeder gastronomische Betrieb mittlerweile die Möglichkeit haben sollte, zumindest mit Debit-/Kreditkarte zu bezahlen.

Ich habe viele Leute sagen hören: "Aber es ist teurer". Dazu sage ich, dass man einfach die Preise der Produkte in der Speisekarte um 3 bis 5% erhöhen muss, um die Mehrkosten zu amortisieren.

Man sieht es nicht auf den ersten Blick, aber die Digitalisierung und Automatisierung im administrativen und finanziellen Bereich der Gastronomie hat auch ihre Vorteile.



Das Glas... halb voll oder halb leer?

Ich habe mitbekommen, dass sich viele Leute in der Gastronomie beschweren.

Dabei muss ich festhalten, dass, entgegen vielen negativen Meldungen in den Medien, die Unterstützungen für Gastronomiebetriebe wirtschaftlich, sozial und strukturell durchaus gut organisiert sind und funktionieren. [Falls jemand von euch Probleme mit der Beantragung der staatlichen Covid19-Unterstützungen hat, meldet euch gerne!]


Die Pandemie und die Lockdowns haben das Wachstum der Gastronomie zwar gebremst, aber dank der staatlichen Subventionen konnten all jene, die diese Chance nutzten, überleben, ihre Arbeitsteams aufrechterhalten und ihre Grundkosten weiterhin decken - ohne in Konkurs gehen und sich beim AMS anmelden zu müssen.


Kurz gesagt, es gibt natürlich auch negative Punkte und schwierige Zeiten, aber ich sehe das Glas lieber halb voll als halb leer, und anstatt uns auf die Probleme zu konzentrieren, sollten wir die positiven Dinge ansehen, die aus dieser ganzen Geschichte herausgeholt werden können.


Schlussendlich kommt es doch immer darauf an, wie man ein Unternehmen managt und welche Chancen man wie nützt. So konnten sich unsere KundInnen - Pandemie hin oder her - noch besser positionieren als vorher und ihre Umsätze sogar steigern.



Erwartungen für das Jahr 2022

Ich persönlich habe immer meine Ziele vor Augen, und auf professioneller Ebene haben wir einen Fahrplan, den wir ziemlich genau befolgen, aber auf Marktebene (etwas, das wir nicht kontrollieren können) sind meine Prognosen und Erwartungen wie folgt:


Möglicherweise wird die ganze Situation mit Covid-19 noch ein paar Jahre lang als Schatten über uns hängen, so dass ich denke, dass es bald eine neue "Normalität" für alle sein wird und die Gastronomie mit einigen Veränderungen wiedergeboren wird.

Die meisten davon werden vermutlich durchaus positiv sein: ein bisschen mehr Digitalisierung, mehr Bewusstsein und Nachhaltigkeit, mehr Angebot zum Genießen zu Hause, weniger Volumen und mehr Qualität.


Wir haben uns in diesem Jahr mit nachhaltigeren Geschäftsmodellen und einer stärkeren Förderung der biologischen und regionalen Produktion befasst, und die bisherigen Ergebnisse sind wirklich vielversprechend.


Schließlich hoffe ich, dass sich die Gesellschaft dank Corona im Allgemeinen der wichtigen Rolle bewusst wird, die die Gastronomie in unserer Gesellschaft auf allen Ebenen darstellt. Ich wünsche mir daher für das neue Jahr, dass die Gastronomie dadurch wieder mehr Anerkennung gewinnt und sich die Lebensqualität aller Gastronomen, in der Gastronomie Angestellten und deren Familien verbessern wird.



In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine schöne Zeit mit Ihren Familien zum Jahresende und ein tolles Jahr 2022 voller Freude, neuer Projekte und Herausforderungen und vor allem viel Umsatz und neue Kunden!

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